AZ-DWV IG´s Farbschläge Züchtertreffen Termine & Berichte --- N E U --- IG Bewertung in Jettingen 2011 Erneurungen Vorschläge Freunde der AZ-DWV IG Schwierige Farben

Hauben

Bericht von:

Martin Stieglmeier

Der Haubenwellensittich

Da in letzter Zeit immer wieder Gerüchte über den Haubenwellensittich aufkommen,
die auf der Studie des Schweizer Forschers Ziswiler gründen habe ich mich entschlossen diesen Artikel zu schreiben. Wie Ziswiler selbst in einem Brief feststellte gingen seine Haubenvögel alle aus einem Grundvogel hervor und er war deshalb gezwungen seine Haubenwellensittiche aus Inzucht , nämlich der Verpaarungen unter Geschwistern, zu gewinnen, deshalb ist das Ergebnis seiner Studie auch nicht als stellvertretend für alle Haubenwellensittiche anzusehen sondern auf die starke Inzucht zurückzuführen. Was bei Inzucht entstehen kann weiß jeder erfahrene Züchter selbst (Missbildungen, abgestorbene Eier usw.)

Es gibt drei Arten von Haubenwellensittichen, die Spitz-, Rund-, und Halbrundhaube.
Die Spitzhaube ist eine etwa 10mm hohe Scheitelhaube, ähnlich der eines Nymphensittichs.
Bei einer Halbrundhaube sind die federn oberhalb des Schnabels in einem Halbkreis flach anliegend. Bei einer Rundhaube liegt das Kopfgefieder kreisförmig von einem Zentrum ausgehend flach an.

Über die Vererbung der Haube streiten sich die Fachleute bis heute. Zunächst einige grundsätzliche Dinge. Die Haube wird unabhängig von der Farbe vererbt, d.h. sie ist an keine bestimmte Farbe gekoppelt. Deshalb kann man Hauben in allen möglichen Farben züchten.
Die Haubenart ist für die Vererbung irrelevant, da aus Verpaarungen von einem Haubentyp wieder alle drei Haubentypen hervorgehen können. Das heißt verpaare ich eine Rundhaube mit einem Normalvogel, so fallen nicht ausschließlich Rundhauben sondern ebenso Spitz- und Halbrundhauben. Genauso verhält es sich auch mit den anderen Haubenarten. Nun möchte ich einige der gängigsten Vererbungstheorien und deren Vor- und Nachteile darstellen.

Häufig tritt die Theorie auf, dass die Haube dominant vererbt wird.
Dies ist nicht vollkommen richtig, da aus der Verpaarung eines Haubenblütigen, also eines Vogels der aus der Verpaarung Haube mit Normalvogel stammt und keine Haube trägt, mit einem Normalvogel auch Hauben fallen.
Deshalb kann das Haubengen nicht vollkommen dominant vererbt werden.

Die Haube vererbt jedoch auch nicht rezessiv, da auch aus einer Verpaarung Haube mit Normalvogel (dieser Vogel hatte noch nie etwas mit Hauben zu tun ) wieder Hauben fallen. Wäre das Haubengen rezessiv müsste der Partner wieder spalterbig in Haube sein, da sonst nur spalterbige Vögel fallen können.

Eine weitere Theorie ist die PE-Theorie, die davon ausgeht, dass die Haube durch zwei Gene P und E vererbt wird. Gen E kann, auch in mehrfacher Ausführung, vorhanden sein ohne, dass eine Haube ausgeprägt wird. Tritt zusätzlich Gen P auf wird eine Haube ausgeprägt. Die Häufung des Gens E ist dann für die Form der Haube zuständig. Tritt ein Gen E auf wird eine Spitzhaube ausgeprägt, ist Gen E in zweifacher Ausführung vorhanden wird eine Halbrundhaube ausgeprägt, usw.

Wichtig bei der Verpaarung von Haubenwellensittichen ist die Feststellung, die Herr Dr. Classen in seiner Studie macht, nämlich, dass der Haubenwellensittich keinen Letalfaktor in sich trägt oder vererbt.

Die für mich sinnvollste Zuchtmethode für Haubenwellensittiche besteht aus zwei Verpaarungen: Haube mal Haube um eine Masse an Hauben zu ziehenHaube mal Normalvogel um den Hauben mit verbesserten Schaueigenschaften zu ziehen
Beachtet man diese Zuchtmethode, so kann man sicherlich über Jahre hinweg erfolgreich Haubenwellensittiche züchten. Noch eine Anmerkung zum Ende es kommt manchmal vor, dass, ein Wellensittichbaby mit etwa 12 Tagen im Nest ein paar verdrehte Kiele auf dem Kopf zeigt, nach der ersten Mauser, oder schon früher, die Haube jedoch wieder verliert. Solche Vögel sind meiner Meinung nach die richtigen haubenblütigen, da man bei diesen Vögeln das Vorhandensein des Haubengens sieht. Bei Vögeln, die nie eine Haube trugen, aber aus einer Verpaarung Haube mal Normalvogel stammen kann es zwar sein, dass sie Haubenblütig sind, dass sieht man aber erst wenn Hauben fallen. Zum Abschluss möchte ich nochmals auf die Studie des Herrn Dr. Classen verweisen, die deutlich feststellt, dass die Zucht von Haubenwellensittichen eine völlig normale Wellensittichzucht ist vergleichbar mit der eines besonderen Farbschlages oder dem Streben nach dem Buffalo-Effekt oder einer besonderen Größe oder anderer Verbesserungen innerhalb des Standards.

Punkteverteilung bei Hauben:

Kondition ist Bedingung!

45 Punkte - Größe, Typ, Haltung und Flügelstellung
20 Punkte - Größe und Form des Kopfes
10 Punkte - Farbe** Für möglichst zeichnungsfreie und intensive Flügelfarbe
10 Punkte - Maske und Kehltupfen*** Punktverteilung entsprechend der Farbschläge
5 Punkte - Zeichnung ***
10 Punkte - Haube
_________
100 Punkte